Wenn es um starke Rückenschmerzen geht, ist ein Bandscheibenvorfall eine der häufigsten Ursachen.

Definition

Die Bandscheiben liegen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und dienen praktisch als Stoßdämpfer für die Wirbelsäule. Die Bandscheiben bestehen aus einem faserigen Knorpelring, der wiederum einen sogenannten Gellertkern umschließt. Gemeinsam wirken sie wie ein Wasserkissen zwischen den einzelnen Wirbeln.

Bei einem Bandscheibenvorfall, auch Discusprolaps genannt, verschiebt sich der Gallertkern so, dass er auf die benachbarten Nervenbahnen drückt. Die Reizung der Nerven verursacht die typischen Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall. Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle im Lendenwirbelbereich auf, selten im Brust- oder Halswirbelbereich,.

Häufigkeit

Besonders bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr, treten Bandscheibenvorfälle häufiger auf. Doch nicht alle Rückenschmerzen werden durch Bandscheibenvorfälle ausgelöst, Forscher haben herausgefunden, dass nur etwa drei bis fünf % der Rückenschmerzen tatsächlich auf Bandscheibenschäden hinauslaufen.

Trotzdem hat die Häufigkeit der Bandscheiben-Operationen stark zugenommen, so die gesetzliche Krankenkasse AOK. Laut AOK um etwa 20 % auf fast 150.000 OPs zwischen 2005 und 2008. Experten sind sich allerdings einig, dass die meisten Operationen völlig unnötig sind und die Beschwerden nicht lindern.

Mittlerweile sind sich die Experten einig, dass in etwa 90 % der Fälle, eine konservative Behandlung, also eine ohne Operation, ausreicht um die Symptome zu lindern.

Symptome

Bei den Symptomen eines Bandscheibenvorfalls, wird zwischen den allgemeinen und den spezifischen unterschieden.

Allgemeine Symptome:

– Schmerzen in der betroffenen Region
– strahlende Schmerzen in Arme und Beine bei Druck auf den jeweiligen Nerv
– Schmerzen treten auf oder verändern sich bei Belastung (beispielsweise Niesen, Husten, etwas anheben…)
– kribbelndes oder stechendes Gefühl
– Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen
– Kraftminderung bis hin zu Lähmungserscheinungen
– Reflexstörungen.

Spezifische Symptome, bei diesen Symptomen kommt es auf die Region des Bandscheibenvorfall an:
– Halswirbelsäule: Kopfschmerzen, Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich, teilweise zitternde oder kribbelnde Fingerspitzen, Arme und Beine, geschwächte Arme, beschränkte Beweglichkeit von Hals, Schultern und Armen
– Brustwirbelsäule: Schmerzen im Brustkorb, die häufig als Herzschmerzen fehlgedeutet werden
– Lendenwirbelsäule: strahlender Schmerz vom Kreuz bis hin zu den beinen, Taubheitsgefühle oder Missempfinden in den Beinen, geschwächte Beine und / oder Füße, Potenzstörungen bei dem Mann, Harn- oder Stuhlinkontinenz

Treten bei Ihnen ein oder mehrere der genannten Symptome auf, sollten Sie dringend einen Arzt konsultieren!

Ursachen

Ursachen liegen meist am Alter und am Verhalten. Genaue Ursachen sind jedoch noch immer nicht bekannt. Manche Menschen erleiden ohne jegliche Vorwarnung einen Bandscheibenvorfall, andere, vielleicht sogar welche die gesundheitlich angeschlagener sind als andere, dagegen nicht.

Behandlung

Viele Menschen verbinden einen Bandscheibenvorfall automatisch mit einer notwendigen Operation, doch das ist ein weiterverbreiteter Irrglaube. Tatsächlich werden in etwa 90 % der Vorfälle ohne Operation behandelt, im allgemeinen werden Konservative Behandlungsmethoden vorgezogen.

Viele Bandscheibenvorfälle werden sogar nicht erkannt, weil sie entweder keine Probleme verursachen oder die Symptome nach einigen Wochen von alleine abklingen. Grundsätzlich sollten, bevor eine Operation oder auch nur Röntgen Untersuchungen vorgenommen werden, erst einmal alle konservativen Methoden ausgeschöpft werden.